Der Blick zurück verstellt den Blick nach vorn

Ungarn ist ein gutes Beispiel für das, was gerade in Europa – aber nicht nur dort – passiert: Natürlich verändert sich die Welt in einem rasanten Tempo, hat man schnell das Gefühl, dass die Gegenwart fremd und die Zukunft gänzlich unverständlich und um so bedrohlicher erscheint. Der Wandel macht Angst – und dieser Angst versuchen viele Menschen Herr zu werden, indem sie sich verzweifelt an die Vergangenheit klammern. Nüchtern betrachtet ist die Inszenierung anlässlich des Nationalfeiertags, die doch sehr an einen Rosenmontagszug erinnert, schlicht lächerlich. Sie mag Balsam für die geschundene Seelen sein, zukunftsweisend ist sie wahrlich nicht. Wenn das die Strategie zur Zukunftsbewältigung ist – Ungarn stehen schwere Zeiten bevor! Und auch allen anderen, die mit dieser rückwärtsgewandten Sehnsucht die Herausforderungen der Zukunft meistern wollen. Nehmen wir die vermeintliche Flüchtlingskrise:Noch kommen – nur – ein paar Millionen, weil sie hier den Frieden und das Auskommen erhoffen, die es in ihrer Heimat nicht mehr gibt. Angesichts der europäischen Bevölkerungszahlen und unseres zwar nicht gerecht verteilten, aber doch vorhandenen Reichtums eigentlich keine wirkliche Herausforderung. Die wird uns erst ereilen, wenn die Klimaflüchtlinge kommen – sei es weil sie kein Land mehr haben, sei es, dass es ihnen an Nahrungsmitteln und Wasser mangelt. Und diese Menschen – diese Menschen werden keine Zäune, keine Meere nicht einmal Waffen abschrecken, denn für sie wird es einfach kein Zurück mehr geben.

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